Wer hier schreibt
Ich nähe an einer mechanischen Nähmaschine aus den späten Sechzigern, die meine Großtante mir überlassen hat, als sie in eine kleinere Wohnung zog. Sie wiegt zwölf Kilo, kennt Geradstich, Zickzack und einen Blindstich, und sie steht auf dem Esstisch, weil es im Wohnzimmer keinen anderen Platz gibt. Vor jedem Nähabend räume ich ab, nach jedem Nähabend wieder auf.
Genäht wird fast nur, was schon da ist: Hosen kürzen, Hemden enger machen, Zipper tauschen, Löcher flicken. Neues nähe ich selten. Hier halte ich fest, was ich an der Maschine lerne, welche Nadeln und Stichlängen für welchen Stoff funktioniert haben und wo ich etwas aufgetrennt habe, um es noch einmal zu machen. Die Lupe und der Nahttrenner liegen immer griffbereit.